Rollenspiele • 23.02.2007

Rollenspiel-Brühwürfel

Durch ein paar Tage Urlaub in Irland ( :-)) über Karneval, bin ich leider heute erst dazu gekommen, den letzten Schwert & Würfel - Workshop zu hören. Und in den paar Tagen haben sich ja schon einige Leute dazu zu Wort gemeldet.

Von meiner persönlichen Warte aus sehe ich das erstmal grundsätzlich nicht so eng! Wie der Eismann ja schon selber in dem verlinkten Thread schreibt (und wie auch Eingangs des Audio-Betrages gesagt wurde - zumindest sinngemäß), handelt es sich ja hier um einen locker-flockigen Monolog, und nicht um einen ausgearbeiteten Vortrag. Von daher könnte man allenfalls kritisieren, das das Ganze unter dem Titel Workshop läuft: hier werden wenige Dinge “erworkshopt” (das Wort habe ich gerade in einem anderen Forum gelernt…), sondern einige Dinge in lose zusammenhängender Form pointiert. Die Kernaussage ist dabei meiner Meinung nach die Konsensfindung innerhalb der Gruppe, natürlich inklusive des Spielleiters. Bevor man also mit einem Abenteuer beginnt ist es entscheidend zu wissen, was die einzelnen Teilnehmer vom Spiel erwarten! Darüber sollte vorher auf jeden Fall gesprochen werden, um nicht an den Erwartungen der Teilnehmer “vorbeizuspielen”. Und auch, wenn manche Leute (z.B. geschmackvolle Leuchttürme) das anders sehen, ist es auch für mich das, was ein gutes Abenteuer ™ ausmacht: alle haben Spass daran! Das lässt siche eben nicht technisch definieren oder anhand einer Checkliste abhaken. Es gibt lange AB´s und kurze, epische und banale, Hi- oder Low-Fantasy (bzw. Tech), … . Was einem persönlich davon gefällt, muss dann in den Gruppenkonsens einfließen.

Manchen Hörern mag das als Trivialität oder Binsenweisheit erscheinen - das ist aber nur eine Frage der Sichtweise. Wer seit 20 oder mehr Jahren Rollenspiel betreibt, hat die meisten angesprochenen Dinge wahrscheinlich durch Erfahrung gelernt, und wer sich eingehend mit dem Design, dem Aufbau und der Mechanik von Rollenspielen beschäftigt, dem sind die Aussagen vielleicht zu banal. Dennoch scheint das, was der Eismann da so erzählt (so einfach es sein mag), nicht unbedingt allgemein bekannt zu sein. Es soll ja auch Spieler geben, die sich eben nicht mit dem ganzen Theoriekram beschäftigt haben, die noch nicht lange (oder noch nicht lange genug) spielen, um sich über diese Binsenweisheiten bewusst zu sein!

Ausserdem habe ich das Gefühl, das bei aller berechtigten Kritik an dem “Workshop” wieder mal viel zu viele Aussagen des Eismanns auf die Goldwaage gelegt werden, oder gar (unabsichtlich) verdreht oder sinnentfremdet werden. In dieser lockeren, improvisierten Form ist es einerseits unmöglich, immer “rollenspiel-politisch-korrekten” Begriff oder Ausdruck am Start zu haben. Manchmal denke ich, man muss auch mal ein bisschen guten Willen zeigen, wenn man eigentlich genau weiss wie eine Aussage gemeint war…! Also, die sinngemäße Aussage “Manchmal wissen Spieler selber gar nicht so richtig, was sie vom Spiel wollen” wird dann zu “Spieler sind gar nicht in der Lage, ihre Wünsche zu formulieren”. Dieser Schwenk ist mir persönlich zu hart. Das ist aber im vorliegenden Fall ein Poblem der Kommunikation im Internet: selbst durch extensiven Gebrauch von Smileys oder einer Präsentation als Audiofile ist es nicht möglich, die kleinen Feinheiten im Gespräch zu transportieren, die solche Dinge normalerweise klar werden lassen wenn man sich gegenüber sitzt und tatsächlich miteinander spricht. Schade eigentlich…!

Abschliessend kann ich sagen, das mir die Eismann-Beiträge bisher immer gut gefallen haben! Mit meinen persönlichen Ansichten liege ich eigentlich ziemlich auf einer Linie mit ihm und ausserdem mag ich die Art und Weise, wie er seine Erkenntnisse ´rüberbringt. Ist halt alles sehr praxisorientiert und ohne viel überflüssige Theorie - womit ich nicht sagen will Rollenspieltheorie sei ansich überflüssig. Allerdings verselbständigt sie sich manchmal, und das ist mir dann einfach zu weit weg vom Spieltisch.

Ich freue mich auf jeden Fall auf weitere Episoden mit dem Eismann aus dem Workshopkeller!

Geschrieben von:

Präsi ... redet Tacheles: Ich bin mit Baujahr 1970 gewissermassen der "alte Sack" des Teams. Da ich auf Grund meines Alters auch nicht mehr so recht belastbar bin, fallen meine Zuständigkeiten hier auch eher bescheiden aus: eigentlich hole ich nur die Getränke! ;-)
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