Bücher, SF • 12.02.2007

Who killed Cyberpunk?

Aber der Reihe nach! In der neuesten Podcast-Ausgabe, der Freizeitheld - gibt’s ein Interview mit Christian Günther. Und ja, Schande über mich: habe ich noch nie vorher gehört! Nachdem ich allerdings sein Werk “Under the black rainbow” in die Finger bekommen (das heisst ausgedruckt habe - ich lese ungern grössere Mengen am Bildschirm) habe, habe ich gleich mit dem Lesen begonnen. Ich denke mal, ich brauche hier nicht grossartig Werbung dafür zu machen, denn man bekommt das Werk ja ohnehin unter Cyberpunk.de zum kostenlosen Download! Ausserdem bin ich auch noch nicht durch, und kann deshalb noch gar nicht großartig die Klappe aufreissen. Ich kann aber schon sagen, das es mir gut gefällt. Besonders die Welt mag ich sehr - wenn man da von “mögen” sprechen kann. Das mag einerseits an der Platzierung in Deutschland liegen. Zumindest habe ich das Gefühl, es käme mir irgendwie bekannt vor. Zum Anderen mag ich es, wenn der Hintergrund etwas “schlicht” bleibt. Wenn es einfach nicht zu abgefahren ist - und bisher ist es das nicht.

Viel interessanter fand ich allerdings die Frage, die da so ein bisschen im Raum stehen geblieben ist: Ist Cyberpunk tot?

Ist Cyberpunk also tot? Oder stirbt das Genre gerade? Oder entwickelt es sich nur weiter? Zu einer richtigen Antwort bin ich noch nicht gekommen, allerdings klingt im Podcast etwas durch, was ich a) für richtig halte, und b) ja auch irgendwie logisch ist: Cyberpunk ist zu einem gewissen Teil längst Realität geworden! Also, womit man 1948 schocken konnte und ungläubiges Kopfschütteln hervorrief, war dann 1984 zwar nicht unbedingt Realität - dennoch gab es erschreckende Parallelen und gewundert hat sich schon gar Keiner mehr darüber. Jetzt, also nochmal gut 20 Jahre später kann jeder Fünftklässler mit seinem Triband-Handy rund um die Welt telefonieren, und sich aus Milliarden von Webseiten seine ‘virtual reality’ zusammenklicken. Das der Füntklässler und wir alle, die wir uns in den Weiten des Cyberspace herumtreiben dabei überwacht werden, ist eigentlich jedem klar, oder? Ja, euch Pinguine zähle ich auch mit! Die Tatsache, das ihr nicht so paranoid seid, heisst nicht, das Sie euch nicht die Rechner-Eingeweide gucken… ;-).

Was ich eigentlich sagen wollte: die Realität hat die Fiktion (zumindest teilweise) überholt! In diesem Sinne ist Cyberpunk tatsächlich tot! Mal die Leseprobe gehört? Was macht Milo in der virtuellen Zukunft da, was nicht tausende von Müllkippenbewohnern in der Dritten Welt jetzt schon täglich machen? Ob man dabei auf die Flut oder den nächsten Müllwagen wartet ist meiner Meinung nach nun wirklich austauschbar. Ich weiss auch nicht wirklich, ob diese Menschen uns (also uns “Wohlstandsmenschen”) wirklich 50 Jahre hinterherhinken - vielleicht sind sie uns eher 100 Jahre voraus?!? Tja, wenn das wirklich so ist, dann machen wir ja eigentlich alles richtig: Fressen, solange noch genug da ist! Der Winter naht… !
Ok, genug spätabendliche Gesellschaftskritik - ich hab noch einiges zu lesen!

Wer nix mehr zu lesen hat, kann sich ja den Podcast nochmal anhören ;-)

Geschrieben von:

Präsi ... redet Tacheles: Ich bin mit Baujahr 1970 gewissermassen der "alte Sack" des Teams. Da ich auf Grund meines Alters auch nicht mehr so recht belastbar bin, fallen meine Zuständigkeiten hier auch eher bescheiden aus: eigentlich hole ich nur die Getränke! ;-)
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