Bücher, Fantasy • 11.01.2007
G.R.R. und ein bisschen J.R.R.
Gestern ist in “der Welt vom Held” nicht viel passiert
, ausser, dass ich den sechsten Teil von George R.R. Martin´s “Das Lied von Eis und Feuer” - Serie zu Ende gelesen, und den siebten Teil gleich angefangen habe.
Nach kleineren “Startschwierigkeiten” mit dem ersten Teil von Martin´s grandioser Fantasyserie bin ich inzwischen vollkommen abhängig! Für meine Leseverhältnisse verschlinge ich die Bücher geradezu. Mir graut schon vor dem Tag, wenn ich den achten Teil (der letzte, der z.Zt. erhältlich ist) weglegen muss und kein neues Lesefutter mehr da ist.
Im Moment kann ich mich aber noch von den hervorragend gezeichneten Charakteren, dem stimmungsvollen Handlungs- und Beziehungsgeflecht, sowie von Martin´s “sachlichem” Schreibstil einnehmen lassen. Jedes Mal, wenn ich das Buch zur Hand nehme bin ich bereits nach wenigen Zeilen wieder vollkommen in die Welt zwischen der Mauer und Dorne (und darüber hinaus) eingetaucht. Die Charaktere haben sich im Laufe der Reihe schon früh zu alten Bekannten entwickelt, und ich lechze geradezu danach, ihr weiteres Schicksal zu erfahren. Hier kommt der bereits erwähnte Schreibstil auch wieder ins Spiel: Martin gelingt es, die Charaktere glaubwürdig darzustellen und bewertet sie und ihre Motivationen nicht. Das bleibt alleine dem Leser überlassen. Der kann selbst entscheiden wie er die Protagonisten einordnet, und bekommt dazu alle Bewertungskriterien in Form einer stimmigen, nachvollziehbaren und glaubwürdigen Hintergrundwelt an die Hand. Kein langweiliges gut/böse - schwarz/weiss Gekritzel sondern “echte Menschen” mit Prinzipien auf der einen, aber auch Abgründen auf der anderen Seite. .Die sprechen für sich selbst, und wie im wirklichen Leben hat da jeder seine Leichen im Keller!
Desweiteren gefällt mir der gezielte Einsatz der Fantasy-Elemente! Die sind in ausreichender Zahl vorhanden, werden aber nicht inflationär in Form ganzer Drachenarmeen und Horden kinderfressender Schwarzmagier verballert. Magie und Fantasywesen bleiben etwas Besonderes und Aussergewöhnliches. Sie bereichern “nur” den eigentlich klassischen Historienroman und sind nicht die tragenden Elemente des Werks. Fantasywelten (gute und schlechte) gibt´s schliesslich zu Hauf… .
Einziger Kritikpunkt meinerseits ist (gerade am Anfang - daher auch meine “Startschwierigkeiten”) die Vielzahl der Namen und Häuser. Da fällt es nicht immer besonders leicht, den Überblick zu behalten. Bei einem derart groß angelegten Fantasy-Epos erfüllen sie aber stets ihren Zweck, nämlich eine Vielzahl von Personen- und Interessenskonstellationen zu ermöglichen und kurzfristige (und kurzweilige) Nebenschauplätze zu eröffnen. Es gibt also reichlich “Aha-Effekte”, wenn A, der vorher noch mit B in C gekämpft hat, nun plötzlich und aus gutem Grund mit X gemeinsame Sache macht, weil er sich dadurch die Gunst von Y erhofft… . Mit der Zeit blickt man aber immer besser durch dieses Geflecht hindurch, und lernt zu schätzen, dass immer irgendwo ein Konflikt im Hintergrund “köchelt”.
Persönliches Fazit: Von mir gibt´s für dieses Fantasy-Epos eine uneingeschränkte Leseempfehlung! Das Beste, was ich seit laaaanger Zeit gelesen habe! Und wenn ich auch dafür auf einem Scheiterhaufen an den Hängen des Schicksalsberges dafür brennen werde: es ist BESSER als der Herr der Ringe! J.R.R. möge mir verzeihen, aber G.R.R. hat´s drauf!
Basta!
Geschrieben von:
Präsi ... redet Tacheles:
Ich bin mit Baujahr 1970 gewissermassen der "alte Sack" des Teams. Da ich auf Grund meines Alters auch nicht mehr so recht belastbar bin, fallen meine Zuständigkeiten hier auch eher bescheiden aus: eigentlich hole ich nur die Getränke! ;-)
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